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Veranstaltung 1996

2. Round-Table-Gespräch "Reifenreparatur"

2. Round-Table-Gespräch "Reifenreparatur"

Nach dem Erfolg des 1. branchenübergreifenden Fachmeetings im April 1995 wurde die Veranstaltung auch in diesem Jahr wieder in den Räumen der STAHLGRUBER Stiftung in München durchgeführt. Die Teilnehmerzahl hatte sich im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt; der Einladung waren diesmal auch Vertreter der Automobilindustrie gefolgt. Vertriebsleiter Peter Dahlheimer und Verkaufsleiter Hans Mayr (TIP TOP) begrüßten die Gäste mit einem zusammenfassenden Rückblick auf die Ergebnisse des letztjährigen Round- Table-Gespräches. Auch diesmal solle wieder in lockerer Atmosphäre ein Forum geschaffen werden, das den gemeinsamen Informationsstand zum Thema Reifenreparatur zum Ziel habe, so Mayr.

"Hausaufgaben gemacht ..."

...meldete Fritz Bergmann, Leiter der Ausbildungswerkstätte der STAHLGRUBER Stiftung, anschließend. Gemeinsam mit Christine Wohlmuth (Werbung/PR) stetlte er den Entwurf des beim letzten Treffen angeregten Plakates "Reifenschäden" vor. Es soll Reifenfachbetrieben beim Kundengespräch neutrale und kompetente Argumentationshilfen für bzw. gegen dieReparierbarkeit bestimmter Schäden liefern und wurde in der konzipierten Form allgemein begrüßt. Übereinstimmung herrschte auch in dem Punkt, daß der Hinweis "Reparaturen von Reifenschäden dürfen nur vom Fachbetrieb durchgeführt werden!" unbedingt hervorgehoben werden soll. Detailfragen wie zum Beispiel den Eindruck von Firmen- oder Verbandslogos will man in einem kleineren Kreis klären. Die Wirkung des Plakates soll vor einem bundesweiten Einsatz erst noch punktuell getestet werden.
 
Eine weiterführende Endverbraucher-Broschüre zum Thema Reifenreparatur ist geplant. Daß Aufklärungsbedarf nach wie vor nicht nur beim Autofahrer, sondern auch in den Betrieben herrscht, unterstrich der ehemalige Obermeister der Vulkaniseur-lnnung Manfred Strobel mit einem bereits vorliegenden Testergebnis: Reifen mit einer reparierbaren Beschädigung waren verdeckt bei Reifenbetrieben mit der Bitte um Reparatur abgegeben worden.
 
Allein in Hof hatte sich kein einziger der getesteten Betriebe bereitgefunden, den Schaden zu reparieren. Es war in allen Fällen zu einem Neukauf geraten worden. Neuentwicklung Pkw-Reifenreparaturgerät von TIP TOP Ein neu entwickeltes Vulkanisiergerät für Pkw stellte Karl-Heinz Scheurer (TIP TOP) vor. Neben der modernen und funktionalen Formgebung sei besonders die Modifizierung der Heizplatte im Mittelpunkt gestanden. Anders als bei den Vorläufermodellen sei die Heizplatte der "Tyre Contour" der Reifenkontur angepaßt, das heißt, es könne zu keinem Flachheizen" der Reparatursteile mehr kommen, was sich auch an den noch besseren Uniformitywerten ablesen ließe.

"Bessere Radialkraft-Werte"

Zu diesem Schluß kam Ferdinand Braunleder (Continental AG), der für mit dem Tyre Contour reparierte Reifen die Uniformity-Tests gemacht hatte. Seine Ergebnisse zeigten deutlich bessere Radia kraft-Werte, die praktisch denen von nicht reparierten Reifen entsprächen. "Ich hätte am Meßdiagramm nicht erkannt, daß eine "Reparatur vorliegt", so Braunleder. Einen sogenannten "flat spot" gebe es mit der neuen gekrümmten Heizplatte nicht mehr. "Das Ersatzrad ersetzen?"

"Tirefit"

Horst Wehinger stellte die Antwort vor, die die Mercedes Benz AG auf diese Frage gefunden hat: "Tirefit" heißt das in den Fach- und Publikumsmedien momentan verstärkt lancierte patentierte Pannenset, mit dem eine Nothilfe möglich und das Reserverad zukünftig überflüssig sei. Wehinger wies darauf hin, daß das in Zusammenarbeit mit Dunlop entwickelte Set seit 2 Jahren werkseitig,iQ der Erprobung und man mit Erfahrungen auf diesem
Gebiet noch ganz am Anfang sei. Der Reifen sei nach der angewend.eten Pannenhilfe allerdings nicht mehr reparabel und unverzüglich auszutauschen. Über den Umweltaspekt dieser Pannenhilfe diskutierte das Plenum durchaus kontrovers. Interessant sei allerdings das durch das Weglassen des Reserverades gewonnene Kofferraumvolumen und auch die Kraftstoffeinsparung, die durch die Gewichtsreduzierung möglich sei.

Zerstörungsfreie Karkassenprüfung

Ein Problem in der Runderneuerung sprach Thorsten Schmidt (Gummiwerk Kraiburg) mit dem Karkassenmangel in bestimmten Lkw-Größen an. Lkw-Reifen werden je nach Einsatz zwei bis drei Mal runderneuert. Für die zerstörungsfreie Prüfung wurde das Ultraschall-Prüfgerät Ultra Sonic entwickelt, das ein Abrauhen des Reifens zu Prüfzwecken überflüssig macht. Im Testmedium Wasser tastet das Prüfgerät pro Sekunde 500 Meßpunkte am Reifen ab, das Ergebnis wird online 1:1 (Schäden in rot) auf dem Monitor dargestellt, die Daten auf Diskette können jederzeit abgerufen werden.

Handlungsbedarf!

Auch beim 2. Round- Table-Gespräch wurde die Frage nach der Definition von Fachkompetenz und Fachbetrieb gestellt. Anton Demmel (ADAC) wies darauf hin, daß die ADAC-Zeitschrift selbstverständlich als Endverbraucher-Medium zu Aufklärungszwecken zur Verfügung stehe. Es müsse allerdings geklärt sein, woran ein tatsächlicher Reifenfachbetrieb zu erkennen sei, da die Bezeichnung. bekanntermaßen nicht geschützt und mißbräuchlich verwendbar sei. Um selbst feststellen zu können, was ein Reifenfachbetrieb (nicht) kann oder darf, müsse die Information der Autofahrer besonders intensiv sein. Informierte Verbraucher könnten zur Marktregelung beitragen. Regelrechte Empfehlungen könne die ADAC Zeitschrift bis dato nicht aussprechen. Manfred Strobel wies in diesem Zusammenhang erneut auf den "TÜV-geprüften Reifenfachbetrieb" und den "Reifenfachbetrieb der Vulkaniseurinnung" hin. Hier könne der Autofahrer sicher sein, fachkundig beraten zu werden. Bis zum oächsten Mal!
 
Mit dem Hinweis auf die in der Entwicklung befindliche neue Pflastergeneration für Lkw-Reifen (55%, 60%), die bevorstehende Erweiterung der Laufflächenpflaster von 145 auf 245 und die Arbeit an lösungsmittelfreien Cementen beendeten Herbert NißI und Patric Scheungraber (beide TIP TOP) die Diskussion des diesjährigen Fachgespräches Reifenreparatur.
 
Die Einladung für das 3. Round- Table-Gespräch, das dann in den Räumen des neuen Gästehauses der STAHLGRUBER Stiftung stattfinden wird, wurde bereits ausgesprochen.
 
 
Teilgenommen hatten Vertreter von:
ADAC,Audi AG, BMW AG, BRV, Continental AG, DEKRA, Deutsche Good Year, Dunlop Reifendienst, FH München, Gummiwerke Fulda GmbH, Gummiwerk Kraiburg, Gummi Mayer KG, Holert Konz GmbH, Mercedes Benz AG, Metzeler Reifen GmbH, Michelin Reifendienst, Pneu hage GmbH, Pirelli Reifenwerk, Porsche Entwicklungszentrum, Reifen Ihle, Reifen Schwarz, Reifen Strobel, Fa. Reift, Rula GmbH, Stahlgruber Stiftung, TIP TOP Stahlgruber, TÜV Bayern Hessen Sachsen, Vulkaniseur-lnnung

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